Handlungsempfehlungen für SharePoint 2010

Upgrade von SharePoint 2010

SharePoint 2016 ist verfügbar und vielerorts im Einsatz. Unternehmen, die noch SharePoint 2013 im Einsatz haben, können noch abwarten, ob sie ihre Systeme updaten möchten oder nicht. Spannend ist jedoch das Szenario, wenn Sie noch SharePoint 2010 verwenden.

Unternehmen, die noch SharePoint 2010 im Einsatz haben, sollten über Folgendes informiert sein:
  1. Der Mainstream Support von SharePoint 2010 wurde bereits eingestellt
  2. Die Möglichkeit eines direkten Upgrades von SharePoint 2010 auf SharePoint 2016 ist seitens Microsoft nicht möglich

Mainstream Support für SharePoint 2010 wird eingestellt

Im Rahmen des regulären Produktlebenszyklus von SharePoint, stellt Microsoft Anfang Oktober 2015 seinen Mainstream Support ein.

Mainstream Support von SharePoint 2010 endet Dies bedeutet, dass zwar Sicherheitsupdates noch zur Verfügung gestellt, kumulative und Public Updates sowie neue Service Packs jedoch nicht mehr regulär implementiert und ausgeliefert werden. Premium Support Kunden können kostenpflichtig über den Extended Support weiterhin den gewohnten Support für einen vereinbarten Zeitraum erhalten.

Zudem sollten Anfragen in Bezug auf SharePoint 2010 nur noch restriktiv gestellt werden; alle Supportanfragen nach dem 13. Oktober 2015 werden in Rechnung gestellt. Ähnlich verhält es sich mit Feedbacks und Gewährleistungen rund um die Benutzeroberflächen und die damit verbundenen Features; Feedbacks und Gewährleistungen werden nicht mehr weiterbearbeitet.

Ihre Handlungsalternativen, wenn Sie noch SharePoint 2010 im Betrieb haben

Auf die Frage nach den möglichen nächsten Schritten können verschiedene Handlungsempfehlungen gegeben werden.


Jetzt auf SharePoint 2013 updaten

Möchten Sie Ihr SharePoint weiterhin auf Ihrer eigenen Infrastruktur in vollem Umfang kontrolliert betreiben, bietet sich ein Upgrade auf SharePoint 2013 an. Der Upgrade Prozess ist nicht komplex. Unabhängig von der aktuellen SharePoint Umgebung, wird das neue Release auf separaten Servern installiert und anschließend die Datenbankinhalte übertragen. Natürlich können hierbei auch Drittprodukte die operativen Tätigkeiten weiter erleichtern.

Vorteile:
  • Sie profitieren von der neuen Funktionsvielfalt von SharePoint 2013 und müssen nicht zwingend sofort auf SharePoint 2016 umsteigen
  • Zu SharePoint 2013 existieren bereits viele Updates, die einen stabilen Betrieb sicherstellen
  • Sie haben SharePoint vollständig in Ihrer Hand und können weitestgehend alles nach Ihren Anforderungen anpassen
  • Ihre Eigenentwicklungen können vorübergehend auf dem SharePoint 2013 Server im „SharePoint 2010 Modus“ betrieben werden
Nachteile:
  • Sie müssen weiterhin Ihren SharePoint Betrieb sicherstellen (Wartung, Datensicherung, etc.)


Warten, bis SharePoint 2016 verfügbar ist

Auf SharePoint 2016 zu warten, ist natürlich auch eine Option. Bislang konnten Upgrades im Sinne der Release Reihenfolge nicht übersprungen werden, sodass immer die Zwischenreleases installiert werden mussten. Das direkte Upgrade von SharePoint 2010 auf SharePoint 2016 wurde von Microsoft noch nicht bestätigt, bereits bestehende Drittprodukte können zu diesem Zweck eingesetzt werden.

Vorteile:
  • Über Drittprodukte oder evtl. auch ein direktes Upgrade von SharePoint 2010 auf SharePoint 2016 würde der Aufwand für das Upgrade von SharePoint 2013 entfallen
  • Innovative Unternehmen können als Vorreiter von Anfang an Erfahrungen mit SharePoint 2016 machen
Nachteile:
  • SharePoint 2016 wird in seiner ersten Version zur Verfügung gestellt, praktische Erfahrungen können hierbei noch nicht genannt werden
  • Der Releasetermin für SharePoint 2016 in Q2 nächsten Jahres ist geplant, aber nicht garantiert
  • Eventuell müssen Ihre Eigenentwicklungen angepasst werden


SharePoint 2010 mit der SharePoint Online Lösung ersetzen

Sehen Sie jedoch den eigenen Betrieb nicht mehr als rentabel an und dürfen Ihre Daten in die Cloud speichern, ist die SharePoint Online Lösung (Office 365) von Microsoft die erste Wahl. Hier können Sie flexibel Ihre Lizenzkosten anhand Ihrer Mitarbeiteranzahl optimieren und müssen sich um die Infrastruktur keine Sorgen mehr machen. Wichtig hierbei zu wissen ist, dass nicht alle Eigenentwicklungen seitens SharePoint Online unterstützt werden und zudem für die Migration Ihrer Inhalte Drittprodukte empfohlen werden, sofern Sie große Datenmengen überführen wollen.

Vorteile:
  • Die Betriebskosten für die SharePoint Infrastruktur entfallen (Hardware-, Software- und Personalkosten)
  • 99,9% Serververfügbarkeit sowie regelmäßige Performanceoptimierungen für optimale Ladezeiten
  • Die Lizenzkosten sind deutlich geringer als der Betrieb ein on-premise Installation
  • Sie müssen sich in Zukunft keine Gedanken mehr über bevorstehende Upgrades oder einen auslaufenden Support Gedanken machen
Nachteile:
  • Sie haben nicht die vollständige Kontrolle über Ihre SharePoint Umgebung. Eigene Anpassungen sind im Vergleich zu einer on-premise Installation nicht immer möglich
  • Ihre Daten liegen in der Cloud. Unternehmensweite Richtlinien müssen die Speicherung der Daten in der Cloud erlauben
In allen Fällen müssen Sie jedoch immer die Details Ihrer SharePoint Umgebung betrachten. Wichtig ist hierbei welche Anforderungen Sie auf Ihrem neuen SharePoint Release benötigen und welche eventuellen Eigenentwicklungen Sie transportieren und gegebenenfalls anpassen müssen.

Zusammengefasst

Wie immer gibt es auch hier keine Standardantwort, die man pauschal treffen kann. Eine optimale Lösung kann nur im Dialog erarbeitet werden. In jedem Fall sollten Sie sich einen Lösungsweg aufzeichnen und präventiv reagieren, um ungeplante Kosten und sonstige unnötigen Investitionen zu vermeiden.

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Laslo Birnstill

Als SharePoint Solution Architekt und technischer Projektleiter verfügt Herr Birnstill über ein tiefes Know-How bei der Gestaltung und Einführung von unternehmensweiten Governance Richtlinien in allen Bereichen. Mit Beginn von SharePoint 2003 schaffte er Transparenz bei allen SharePoint Aktivitäten im Unternehmen sowohl in den Fach- als auch in den IT Abteilungen und konnte damit innovative Lösungen für individuellen Kundenanforderungen umsetzen. Kontaktieren Sie Herrn Birnstill, wenn Sie Fragen zum Artikel haben oder weitere Informationen wünschen, per E-Mail oder telefonisch unter 0721 / 66 98 98 38.

Kommentare (1)

  • Avatar

    Sven Heimberger

    |

    Auch Webseiten die auf SharePoint 2013 im v14 (SP2010) Modus betrieben werden, müssen auf den v15 (SP2013) Modus aktualisiert werden.

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