Es ist wieder „Patch-Day“ für Azure Local! Als Senior Principal Consultant mit dem Schwerpunkt Microsoft Azure beschäftige ich mich regelmäßig mit Neuerungen im Azure Umfeld. In diesem Beitrag informiere ich Sie regelmäßig über die aktuellen Azure Local Updates und aktualisiere ihn laufend.
Update Februar 2026: Release 2602
Im kurzen Monat Februar hat Microsoft das neuste Azure Local Release schon kurz nach Monatsmitte bereitgestellt.
Nachdem die letzten Monate von neuen Vorschau- und offiziell verfügbaren (GA) Funktionen geprägt waren, erscheint dieses Release mit den üblichen .NET-Updates und der neuen OS-Version 26100.32370 fast schon langweilig.
Lediglich der weiterentwickelter Update Workflow im Azure Portal, welcher nun noch detaillierter Informationen zu den einzelnen Schritten des Azure Local Update-Vorgangs gibt, ist als neue Funktion zu vermelden. Natürlich verschiebt sich auch der „Rahmen“ der aktuell unterstützten Azure Local Releases wieder ein Stück „nach rechts“ auf der Zeitachse, sodass nun Azure Local Systeme, die mit einem Release vor 2509 betrieben werden, fortan nicht mehr unterstützt werden:

Mit diesem Release endet auch die Möglichkeit, eine Windows Server Subscription sowie Extended Security Updates (ESU) für die Version 22H2 von Microsoft zu erwerben.
Im Nachgang zum Release 2602 gab es dann aber doch noch etwas Größeres:
Azure Local Disconnected und Microsoft 365 Local sind GA
Am 24.02.2026 hat Microsoft nun auf Basis des Azure Local 2602 Release die generelle Verfügbarkeit von
- Azure Local Disconnect
- Microsoft 365 Local auf Azure Local Disconnect
- Azure Foundry Local
über deren offiziellen Blog bekannt gegeben. Damit werden große Teile der entsprechenden Ankündigungen der Ignite 2025 generell verfügbar und greifbarer.
Gespannt sein darf man auf die Akzeptanz und zukünftige Verbreitung dieser Szenarien: über die von Microsoft definierten Anforderungen, wie z. B. das Vorliegen eines „Microsoft Customer Agreement for Enterprise“ beim Kunden, ist der Kreis der infrage kommenden Kunden doch sehr eingeschränkt.
Aber auch an anderer Stelle gibt es noch interessante Neuigkeiten rund um Azure Local:
Azure Local LENS („Lifecycle, Events & Notification Status“)
Dieses Community-getriebenen Azure Monitor Workbook richtet sich insbesondere an Kunden/Betreiber mit einer großen Anzahl von Azure Local Systemen. Azure Local LENS fasst Betriebs-, Update- und Gesundheitsdaten über alle Azure Local Deployments zusammen und versorgt die Admin-Teams mit Informationen und Antworten auf Fragen wie:
- Anzahl der Azure-Local-Instanzen sowie deren Verbindungs-, Gesundheits- und Update-Status
- Workload-Trends
- Wiederkehrend auftretende Signale zu Problemen mit Update, Extensions oder Azure Resource-Bridge-Verbindungsfehlern
- Status und Laufzeiten der Azure Local Update-Workflows
Dieses sich noch im experimentellen Status befindliche Github Projekt (Odin for Azure Local) umfasst einen bereits sehr ausgereiften Designer, einen Wissensbereich und ein Sizing Tool (in der Vorschauphase) für Azure Local.
Wirklich beeindruckend ist aus meiner Sicht das Designer Tool, welches über einen Schritt-für-Schritt Workflow oder auf Basis von Beispielvorlagen die Erzeugung von ARM Templates für die automatisierte Azure Local Bereitstellung ermöglicht. Das Design-Ergebnis kann zudem als Konfigurationsbericht inklusive Visualisierungen zum Netzwerklayout und zur Azure ARC-Anbindung ausgegeben werden.
Auch bereits vorliegende ARM Templates können zur nachträglichen Erstellung eines Konfigurationsberichts in Odin eingelesen werden!
Update Januar 2026: Release 2601
Auch das erste Release im Jahr 2026 enthält natürlich wieder die üblichen .Net Updates sowie durch die Anhebung der OS-Version auf 26100.32230, die dem Januar Patchday des Windows Server 2025 entsprechenden OS- und Sicherheitsupdates. In diesem Zusammenhang muss deshalb vor der Installation des neuen Releases geprüft werden, ob die OEMs neue Treiber-/Firmware-Pakete in Form der sogenannten Solution Builder Extensions bereitstellen, um die Kompatibilität mit der neuen OS-Version sicherzustellen.
Auch der „Rahmen“ der aktuell unterstützten Azure Local Releases verschiebt sich durch das 2601-Release wieder ein Stück: Systeme, die mit einem Release vor 2508 betrieben werden, sind jetzt nicht mehr unterstützt.
Doch auch darüber hinaus hat das Update einiges zu bieten!
Rack Aware Clustering jetzt GA: Höhere Ausfallsicherheit für Azure Local
Die im Oktober 2025 als Preview eingeführte Option „Rack Aware Clustering“ erreicht nun den GA-Status! Damit ist es nun allen Azure Local Kunden offiziell möglich, Azure Local Lösungen im Hyperconverged-Deployment, auf verschiedene Racks (gegebenenfalls in getrennten Räumlichkeiten) zu verteilen. Die vergleichbare Option gibt es ja bereits seit Dezember als „S2D Campus Cluster“ für den Windows Server 2025.
Infrastruktur besser sichtbar: Neues Mapping des Infrastructure Logical Network im Azure Portal
Einige weitere Neuerungen des Releases dienen der Vermeidung von Fehlern und der Verbesserung des Troubleshootings von Azure Local Systemen:
Das während der Azure Local Implementierung definierte/erstellte logische Infrastruktur-Netzwerk (Infrastructure logical network) wird mit diesem Release nun im Azure Portal abgebildet und sichtbar gemacht, auch um die versehentliche Nutzung dieses, für die Azure Local Infrastruktur reservierten Netzes durch Workloads zu vermeiden.
Schneller zum Support: Diagnoseprotokolle jetzt direkt im Azure Portal sammelbar
Die Sammlung der Diagnoseprotokolle, die im Supportfall benötigt werden, kann nun direkt aus dem Azure Portal erfolgen. Das bisher in solchen Situationen notwendige manuelle Einsammeln von Logs auf den einzelnen Azure Local Hosts entfällt somit.
Um Daten Disks nicht nur an Namen festmachen zu können, erhalten diese nun eine eindeutige ID zur Unterscheidung, welche als Eigenschaft UniqueId über den „Get-Disk“ PowerShell-Befehl abgefragt werden kann.
Vereinfachtes VM‑Troubleshooting: VMConnect für Azure Local VMs in der Vorschau
Eine neue, für das Troubleshooting von VMs ebenfalls sehr interessante Funktion geht mit diesem Release in die Vorschau-Phase: VMConnect for Azure Local VMs ermöglicht es sich auf Windows und Linux VMs zu verbinden, auch wenn diese z.B. keine Netzwerkverbindung besitzen oder in Boot-Fehlern stehen!
Verbesserte Kontrolle: Neues Drift Detection Framework für kontinuierliche Sicherheitsüberwachung
Weitere neuere Funktionen bringt das 2601 Release in Sachen Sicherheit und Kontrolle ebenfalls mit. So wird eine Drift Detection Framework eingeführt, welches die permanente Überwachung von etwaigen Abweichungen von festgelegten Komponentenversionen und -Konfigurationen ermöglicht.
Von SRTM zu DRTM: Mehr Firmware‑Sicherheit für bestehende Azure Local Systeme
Zwei weitere Verbesserungen zielen insbesondere auf schon länger bestehende Azure Local Lösungen ab, welche Lösungs-/Release-Updates erhalten haben, aber die darin enthaltene neue Sicherheitsoptionen bisher nicht verwenden konnten:
Zum einen werden die vor dem Release 2504 implementierten Azure Lösungen, welche Static Root of Trust for Measurement (SRTM) zur Abwehr von Attacken auf Firmware-Ebene verwendeten mit dem Update auf das 2601 Release auf die seit 2504 verfügbare und bessere Dynamic Root of Trust for Measurement (DRTM) Funktion umgestellt.
Zum anderen kann nun als Post-Upgrade Aktion des Lösungsupdates auf 2601, die 26100.XXXX (24H2) Security Baseline auf bestehende Azure Local Systeme angewendet und dadurch die Sicherheit weiter angehoben werden.
Update Dezember 2025: Release 2512
Ausnahmsweise etwas früher als sonst hat Microsoft am 16. Dezember 2025 das Release 2512 für Azure Local bereitgestellt.
Nach der mit dem Release 2511 erfolgenden Zusammenführung der bisherigen „Solutions“ 11 und 12 und den zahlreichen Ankündigungen und startenden Previews für Azure Local rund um die Ignite, umfassen die Release Notes von 2512 nur 5 Punkte, die aber trotzdem nicht uninteressant sind:
Zunächst fällt auf, dass die mit den Ankündigungen der Ignite 2025 eingeführte Unterscheidung zwischen 3 Azure Local Deployment Typen (siehe „2. Massive Skalierung bei Azure Local im „multi-rack deployment“ des Blog-Updates zum November 2025 Release) hier explizit von einem Release für das Hyperconverged Deployment spricht.
Neben den obligatorischen .Net Updates und Sicherheitsupdates führt das Release 2512 eine neue OS-Version ein, auf der die Azure Local Systeme zukünftig aufbauen: 26100.7462.
Durch die neuen OS-Version ist beim Update auf das Release 2512 auch zu beachten, dass man vom Hardware-Hersteller (OEM) Treiber benötigt, die explizit mit dieser Version bzw. Windows Server 2025 kompatibel sind!
Bei den „Integrated Systems“ und „Premier Solutions“ werden die benötigten Treiber über die sog. „Solution Builder Extensions“ (SBE) zum Sideload bzw. direkt in den Azure Local Update Vorgang hinein bereitgestellt. Man sollte also mit dem OEM abklären, ob für das 2512 Release, die bisherigen SBEs ausreichend oder die Bereitstellung eines neuen SBEs abgewartet werden muss, bevor Release 2512 installiert werden kann.
Eine Änderung ergibt sich mit diesem Release auch bei der Registrierung neuer Azure Local Cluster in Azure: durch Verwendung einer SMI (system assigned managed identity) anstelle des bisherigen Service Principal Names einer Entra ID App, wird dieser Vorgang während des Deployments vereinfacht und robuster.
Am meisten aufhorchen lässt schließlich der vierte Punkt der Release Notes:
der Start der Preview für die Unterstützung von NVIDIA L-Series GPU in Azure Kubernetes Services auf Azure Local und damit die bevorstehende Unterstützung von GPU-beschleunigten AKS-Workloads.
Schließlich wurde mit diesem Release die Azure Local Dokumentation um Anleitungen zum Upgrade von SDN (software defined networking) Infrastrukturen ergänzt.
Update November 2025: Release 2511 und Highlights der Microsoft Ignite
Release 2511 – Fokus auf Stabilität und Sicherheit
Das aktuelle Azure Local Release 2511 bringt vor allem Sicherheits-Updates für das Betriebssystem sowie Aktualisierungen im .NET-Bereich. Zudem wurden bekannte Probleme aus früheren Versionen behoben.
Ein wichtiger Meilenstein: Die Zusammenführung der beiden bisherigen Betriebssystem-/Lösungspfade ist abgeschlossen. Ab sofort erscheinen alle Releases ausschließlich für den OS-Build-Pfad 26100.xxxx oder den OS-Nachfolgegenerationen.
Microsoft Ignite: Zukunftsvision für Azure Local
Die eigentlichen Highlights kamen im Rahmen der Microsoft Ignite Konferenz vom 18. – 21. November in San Francisco. Microsoft stellte wegweisende Neuerungen vor, die Azure Local als zentrale Plattform der „Microsoft Sovereign Cloud“ positionieren.
Die nach der Ignite erfolgte Ergänzung der Dokumentationen bei Microsoft machte allerdings bei einigen der Ankündigungen eine Neubewertung und Überarbeitung meines Beitrags notwendig.
1. Azure Local als KI-Plattform
Microsoft kündigt ein neues Angebot für hoch-performante lokale KI-Workloads an.
Mit den neuesten NVIDIA RTX Pro 6000 Blackwell Server Edition GPUs können Unternehmen künftig tausende vorgefertigte und Open-Source-KI-Modelle direkt auf Azure Local nutzen.
2. Massive Skalierung bei Azure Local im „multi-rack deployment“
Microsoft unterscheidet nun drei unterschiedliche Azure Local Szenarien:
- Hyperconverged: die bisher schon verfügbaren Azure Local Architektur mit bis zu 16 Knoten und dem „hypervconverged storage“ (S2D)
- Multi-rack: diese neue Architektur ist mit Release 2511 in der Vorschau-Phase und soll über Racks hinweg hunderte von Server, Storage (SAN) und Netzwerkgeräte in einer Instanz zusammenfassen, um so große KI-Szenarien und andere rechenintensive Workloads abbilden zu können. In Darstellungen von Microsoft zu diesem Szenario steht als Betriebssystem dieser Architektur Azure Linux!

Bildquelle: https://learn.microsoft.com/de-de/azure/azure-local/multi-rack/multi-rack-overview?view=azloc-2509 - Microsoft 365 Local stellt schließlich das dritte Szenario dar, welches als eigenständige Lösung und separates Azure Local System angelegt ist. Siehe hierzu auch den separaten Abschnitt unten.
3. SAN-Support: Azure Local wird flexibler
Bisher war Azure Local – auch als Weiterentwicklung des früheren „Azure Stack HCI“ – ein Hyperconverged Infrastructure System, welches den benötigten Speicher ausschließlich über in den Azure Local Servern direkt verbaute Festplatten und durch die „S2D“-Funktion verwaltet nutzen konnte.
Was die Firma Dell mit der Kopplung Ihrer PowerFlex Lösungen an Azure Local schon anbietet, wird nun eine generelle Option, welche auch im Rahmen der Vorschau erprobt werden kann:
Die Nutzung von Fibre Channel angebundenem externem SAN-Storage.

Bildquelle: https://learn.microsoft.com/en-us/azure/azure-local/concepts/media/external-storage-support-azure-local/fibre-channel-architecture-diagram.png?view=azloc-2511
Microsoft adressiert damit neben der Skalierung im Speicherbereich, auch zwei weitere bisher im Raum stehende Punkte:
So mancher traut dem „S2D“ Storage von Microsoft bis heute nicht viel zu, auch wenn in der Praxis bei korrekt geplanten und implementierten Systemen seit Jahren das Gegenteil bewiesen wird.
- Umgebungen mit großen oder noch nicht am Ende ihres Lebenszyklus angekommenen SAN-Umgebungen waren bisher oft ein großes Hindernis oder gar Blocker bei der möglichen Einführung um Azure Local.
- Durch den nun eröffneten Weg vorhandene SANs auch mit Azure Local weiternutzen zu können, ergeben sich hier sicher viele neue Einsatzmöglichkeiten.
4. Disconnected Operations: Azure Local ohne Cloud-Anbindung
Ab Anfang 2026 wird der getrennte Betrieb von Azure Local generell verfügbar sein.
In z.B. RISK IT-Infrastrukturen oder andere Umgebungen, die hohe Kontrolle und Einhaltung strenger Vorgaben erfordern, war Azure Local wegen der benötigten Anbindung an Azure zur Steuerung des Systems über die dortige „Control Plane“ nicht einsetzbar.
Durch Abbildung der „control plane“ innerhalb des Azure Local Systems entfällt im „Disconnected Operations“ Szenario die Notwendigkeit einer Azure Anbindung. Dies führt einerseits zu höheren Anforderungen an die Mindestausstattung der Umgebung, unterstützt – zumindest nach aktuellem Stand – auch nicht alle auf einem „Connected“ Azure Local verfügbaren Dienste und bedeutet natürlich auch, dass alle Updates manuell in das System eingebracht werden müssen.
Die Zugangsvoraussetzungen sind von Seiten Microsoft zumindest in der aktuellen Vorschauphase auch hoch festgelegt: nur Kunden mit einem Enterprise Agreement und einer gegenüber Microsoft zu begründenden Notwendigkeit für den getrennten Betrieb, können auf eine Freigabe für sich hoffen.
5. M365 Local startet im Dezember
Microsoft setzt diese Ankündigung aus Mitte 2025 um:
Exchange, SharePoint und Skype for Business werden als vorgefertigte, validierte Referenzarchitektur auf Azure Local bereitgestellt.
Auch hier gilt: Mit der „Disconnected Operations“-Option ist ein komplett isolierter Betrieb möglich.
M365 Local wird ab Dezember generell verfügbar sein:
- Microsoft macht Ernst mit der Mitte 2025 erfolgten Ankündigung, die seinerzeit teilweise mit Erstaunen oder belächelt aufgenommenen worden war: die M365 Kern-Dienste Exchange, SharePoint, and Skype for Business werden dann auf Azure Local als vorgefertigte, sich an der Microsoft validierten Referenzarchitektur orientierte Umgebung implementieren lassen.
- M365 Local soll dann mit der Verfügbarkeit der oben beschriebenen „Disconnected Operations“ Option ebenfalls in einem komplett isolierten Modus betrieben werden können.
Ob jedoch wirklich viele Kunden auf diesen Zug aufspringen werden, wird abzuwarten sein, denn auch hier sind die Einstiegshürden durch das von Microsoft gewählte Lösungslayout hoch. M365 Local:
- ist als separate nur für diesen Zweck genutzte Azure Local Umgebung abzubilden und
- besteht aus mindestens einem 3-Knoten-Cluster für SharePoint, Skype und SQL Server Workloads sowie vier Einzelknoten-Cluster für Exchange Server Mailbox Rollen sowie zwei Einzelknoten-Cluster für Exchange Server Edge Rollen!
Fazit: Azure Local bleibt spannend
Mit Release 2511 und den Ignite-Ankündigungen zeigt Microsoft klar die Richtung:
Azure Local wird zur leistungsfähigen Plattform für KI, bietet mehr Flexibilität bei Speicher und Betrieb und integriert künftig zentrale M365-Dienste.
Die nächsten Monate versprechen spannende Entwicklungen – insbesondere für Unternehmen mit hohen Anforderungen an Performance, Sicherheit und Souveränität.
Update im Oktober 2025: Release 2510 bringt neue Funktionen in GA und Preview
Zunächst werden mit dem Release auf Betriebssystemebene wie üblich Azure Local OS-Sicherheitsupdates und .NET-Updates bereitgestellt.
Darüber hinaus wird das in meinem Blog-Beitrag vom September erläuterte Betriebssystem-/Lösungsupgrade von Azure Local 11.2510 auf 12.2510 generell verfügbar. Dieses Upgrade ist die Voraussetzung für eine Vereinheitlichung und Weiterentwicklung der Azure Local Lösung. Damit einher geht, dass das Betriebssystem-Release 11.2510 das letzte auf 23H2 basierende sein wird und dass nach April 2026 hierfür keine Sicherheits- und Qualitätsupdates mehr bereitgestellt werden.
Neue Funktionen in Azure Local
Erfreulich und spannend sind die weiteren Funktionen, die mit diesem Release allgemein oder als Vorschau verfügbar werden.
Zunächst ist da die Funktion des Azure Local Rack Aware Cluster als Preview. Im deutschsprachigen Raum wird der „Streched Cluster“ schon lange zwischen Microsoft und den Anwendern diskutiert. Dieser wird nun als offiziell unterstützte Architektur wieder verfügbar, nachdem die im früheren Azure Stack HCI 22H3 beinhaltete „Streched Cluster“ Funktion abgekündigt und bisher keine Nachfolgelösung verfügbar war.
Azure Local Rack Aware Cluster ermöglicht nun die Bildung von Verfügbarkeitszonen (Fehler-Domänen) für Azure Local Cluster, die über Racks (und damit beispielsweise Brandabschnitte) hinweg verteilt sind.
Die Architektur der Azure Local Rack Aware Cluster wird in diesem Bild deutlich.

Neuerungen bei den virtuellen Maschinen (VMs)
Auch auf Ebene der virtuellen Maschinen (VM) tut sich einiges.
Die bisher in der Preview verfügbare Funktion des über Azure ARC aktivierten Software Defined Networking (SDN) ist nun generell verfügbar. Damit können Network Security Groups (NSG) und Netzwerksicherheitsrichtlinien, wie man sie von den Azure VMs kennt, auch auf lokale VMs angewendet werden. Sie können beispielsweise zur Microsegmentierung eingesetzt werden.
Eine weitere Funktion für VMs ist nun als Preview verfügbar die „Trusted Virtual Machine guest attestation“. Damit kann beim Start der VM künftig die gesamte Boot-Kette (Firmware, OS Boot Loader und Treiber) auf unerwartete Änderungen überprüft und sichergestellt werden, dass hier keine Manipulationen zum Beispiel zur Einschleusung von Schadcode vorgenommen wurden.
Eine weitere, sehr interessante Option schafft es in diesem Release ebenfalls einen Schritt weiter und zwar von der „Limited Preview“ zur „Preview“. Damit ist es künftig möglich, Azure Local mit „lokalen Identitäten“, die in einem Key Vault (Schlüsseltresor) gespeichert werden, statt der bisher notwendigen Active-Directory-Anbindung zu implementieren. Die aus Sicherheitsgründen bisher eigene AD-Domäne für Azure Local, wird mit dem noch in der Zukunft liegenden allgemeinem Release der Funktion nicht mehr benötigt werden: besonders für kleinere Umgebungen ist damit der relativ hohe Aufwand für zusätzliche physische Domänencontroller – oft auch ein Blocker für Azure Local Projekte – beseitigt.
Schließlich wird dem Oktober Release die neue Funktion des Azure Migrate Dienstes, nämlich VMware VMs nach Azure Local zu migrieren, offiziell unterstützt und verfügbar.
Update im September 2025: Release 2509 ist verfügbar!
Bevor Microsoft im Oktober 2025 für Azure Local ein neues Feature Update/Release mit größeren Funktionserweiterungen veröffentlicht, steht zunächst noch das „Cumulative Update“ im September in den Startlöchern.
Wichtige Neuerungen im Release 2509
Mit diesem Update werden nicht nur Azure Local OS Sicherheitsupdates und .Net-Updates, sondern auch Problembehebungen sowie kleine Funktionsverbesserungen bereitgestellt.
So ist beispielsweise auch über das Azure-Portal eine Anpassung des Arbeitsspeichers ohne Neustart der VM möglich (sofern das VM-OS dies unterstützt). Im Workflow zur Löschung von Speicherpfaden wird nun außerdem eine Darstellung aller abhängigen Ressourcen angezeigt, sodass diese bei Bedarf zusammen mit dem Speicherpfad gelöscht werden können.
Optionales OS-Upgrade auf Build-Pfad 26100.xxxx
Am spannendsten finde ich bei diesem Release aber die offizielle Freigabe des optionalen Upgrades von Azure Local OS auf den OS-Build-Pfad 26100.xxxx.
Zur Erinnerung und wie aus dem untenstehenden Schaubild zum Azure Local Release-/Lifecycle zu sehen ist: vor April 2025 vorgenommene Azure Local Implementierungen verwenden ein Azure Local OS mit der Buildnummer 25398.xxxx. Dies ist vergleichbar mit einem Windows Server v23H2 (also zwischen Windows Server 2022 und 2025). Azure Local Neuimplementierungen ab dem Release 2504 nutzen dagegen das mit dem Windows Server 2025 vergleichbare Azure Local OS.
Mit dem für Oktober 2025 angekündigten Feature Release wird die Unterstützung des älteren Azure Local OS-Pfads eingestellt. Um die nachfolgenden Azure-Local-Updates installieren zu können, ist dann zwangsweise ein OS-Upgrade notwendig.
Durch das „Opt-in“ des 2509-Releases kann dieser Schritt vorgezogen werden. Voraussetzung dafür ist, dass die von den Hardwareanbietern bereitgestellten und mit 26100.xxxx kompatiblen Treiber und Firmwares auf den Azure Local Systemen installiert sind.

Updates in der Azure Local Dokumentation
Auch in der Azure Local Dokumentation hat sich mit dem 2509-Update einiges getan. Es gibt beispielsweise neue bzw. überarbeitete Artikel zu:
- o.g. Opt-in-Update des Azure Local OS
- dem Azure Local OS Upgrade für das Szenario „Stretchcluster“
- Durchführen der Lösungsupgrades über Azure Resource Manager Vorlagen samt Parameter-Referenz für die ARM-Vorlagen
- Empfohlene Methoden zur Installation von Azure Local Updates über Azure Update Manager
Best Practices vor der Installation
Auch wenn der Azure Local Update-Vorgang hochautomatisiert und durch zahlreiche Überprüfungen abgesichert ist, sollte vor der Installation von Azure Local Updates immer ein Blick in die „Versionshinweise mit behobenen und bekannten Problemen in Azure Local“ geworfen werden. Natürlich sollte immer ein Backup der Systeme vorliegen.
Microsoft Azure Beratung von der Next Iteration
Haben Sie Fragen zu Azure Local oder zu Microsoft Azure im Allgemeinen, können Sie mich gerne im Rahmen der Microsoft Azure Beratung kontaktieren oder mich auf LinkedIn anschreiben. Dort berichte ich regelmäßig über Updates, Best Practices und Anekdoten rund um Microsoft Azure.


